11. Bayerische Schultheatertage der Grund-, Mittel- und Förderschulen in Kempten: Die Theatergruppe und ihr „Großer Platsch“
Bericht: Bernhard Apel
Tag 1, 1. Juli: Wir sind auf dem Weg
Voller Vorfreude machten wir uns am Mittwoch per Zug auf den Weg. Erst sah es so aus, als würden wir schon kurz hinter Garmisch stranden. Der Zugbegleiter ließ uns wissen, dass der Zug wegen eines Verkehrsunfalls nur bis Griesen fahren werde. An Ersatzverkehr mit Bus sei nicht zu denken. Es regnete und wir durften erstmal im Zug sitzen bleiben. Dann fuhr der Zug doch noch weiter bis Reutte, wo uns ein Anschlusszug nach Pfronten erwartete. So kamen wir schließlich mit nur einer Stunde Verspätung, nach insgesamt über vier Stunden, in Kempten an.
Wir wurden am Bahnhof freundlich von einer der Organisatorinnen empfangen, die uns zur richtigen Bushaltestelle lotste. Allerdings fuhr der Bus vorbei und ließ uns stehen. Wir brauchten erneut Geduld. Gut, dass wir großzügig geplant hatten: Bis zur Eröffnung war noch Zeit. Im JUFA-Hotel konnten wir immerhin unser Gepäck loswerden. Da die Zimmer noch nicht fertig waren, konnten wir uns nicht umziehen und wir gingen so, wie wir waren, zum Stadttheater. Auf dem halbstündigen Fußweg sammelten wir schon einen ersten Eindruck der Stadt.
In dem edlen Foyer wurden wir freundlich empfangen und durften uns mit Häppchen und Getränken versorgen, bevor wir in den prächtigen Saal eingelassen wurden. Was für ein Erlebnis! Die sonoren Klänge eines Alphorn-Ensembles bildeten den festlichen Auftakt, bei festlicher Beleuchtung. Sehr bald kam dann auch schon der erste Auftritt unserer Gruppe auf der riesigen Bühne: Als erste von acht Gruppen hatten wir den Auftrag, mit einer einminütigen Szene eine Mini-Vorschau auf unser Stück zu geben. Im Anschluss an die Eröffnung spielte die Grundschule Katzwang ihr beeindruckendes Stück „Mutig, stark, Räubermädchen“. Zurück im JUFA-Hotel gab es eine Überraschung: Wie in den folgenden Tagen waren die Speisen beim Abendessen ausgesprochen reichhaltig und gut zubereitet.
Tag 2, 2. Juli: So viel Theater!
Ein Theatertag bei schönstem Sonnenschein! Unsere Gruppe sollte sich schon um 8:00 Uhr im Jugendhaus einfinden, denn um 9:30 Uhr war unser Stück „Der große Platsch“ angesetzt. Nach Absprachen mit den Technikern ging es ohne weitere Probe gleich los. Unsere Vorstellung lief insgesamt gut und die Gruppe bekam reichlich Applaus.
Nach einer Brotzeitpause in einem der schönen Parks konnten wir entspannt weitere Stücke sehen. „Der rote Hut“ von der Montessorischule Neuötting mussten wir auslassen, weil die Plätze knapp waren. Es folgte „Funkstille“ von der Freiherr-von-Lutz-Mittelschule in Münnerstadt, das Stück, das wir auch als Gruppe bewerten sollten. Dann durften wir „Mein König“ von der Mittelschule Burgebrach sehen, anschließend noch das Stück „Gipfeltreffen“ von der Grundschule Fürstenstraße in Kempten. Den Abschluss des Tages bildete das Stück „Ich bin hier – mittendrin“ von der Astrid-Lindgren-Schule in Rottenburg/Laaber.
Es war eindrucksvoll, wie verschieden an den bayerischen Schulen Theater gespielt wird. Nicht selten gab es etwas zum Schmunzeln oder sogar zum Lachen. Aktuelle Entwicklungen klangen in den Inszenierungen an und blieben gleichzeitig im Bereich des allgemein Menschlichen: Der „No Kings“-Protest kam ebenso vor wie die gezielte Erfindung von „Fake News“, mit denen Herrscher aus Profitgier Unfrieden stiften. Dabei kamen die Stücke ohne unangenehmen „Zeigefinger“ und ohne Anklage aus.
- Tag, 3. Juli:
Abschluss und Heimreise
Der letzte Teil des Festivals fand in der Grundschule am Aybühlweg in der Nähe des JUFA-Hotels statt. Wir durften ein weiteres Theaterstück ansehen: Die Grundschule Friedrich-Ebert-Straße in Fürth präsentierte ihr lustiges und mitreißendes Stück „Chaos Camping“ mit viel beschwingter Musik.
Anschließend wurden die Stücke „rückgespielt“. Dafür suchte jede Gruppe eine typische Szene aus dem Stück, das sie besonders beobachten sollten und stellte sie als Standbild dar. Die Gruppe, an deren Stück mit dem Standbild erinnert wurde, kam auf die Bühne und nahm die Auszeichnung der Theatertage entgegen, den PAKSOS. „Der große Platsch“ wurde von den Fürther Grundschule und ihrer Lehrkraft Anne Wojahn bewertet. Die Schülerinnen und -schüler stellten die Anfangsszene nach, die Warteschlange vor dem Freibad. Natürlich wurde unser Stück sofort erkannt. Bei der Preisverleihung wurden folgende Punkte besonders gewürdigt:
- Die Kostüme, die die Schülerinnen und Schüler einfach, aber wirkungsvoll fanden.
- die Requisiten. Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler von dem beleuchteten Kühlschrank.
- die Spielidee. Es gefiel den Schülerinnen und Schülern, dass in dem Stück Enten und ein Huhn auf der Bühne zu sehen waren.
Nach der allgemeinen Verabschiedung verbrachten wir noch einige Zeit auf dem Spielplatz im JUFA-Hotel, denn für unsere Zugverbindung (ohne Busstrecken) mussten wir erst gegen 13:30 Uhr am Kemptener Hauptbahnhof starten.
Auf der Rückfahrt sahen wir mehr auf der schönen Fahrt auf der Außerfernbahn durch Tirol. Diesmal gab es kaum Verspätung und wir konnten uns auf ein erholsames Wochenende freuen.
Theatertage:
Sehr eindrucksvoll!
Die Organisatoren des Festivals haben sich nach Kräften bemüht, uns den Aufenthalt in Kempten angenehm zu gestalten. Das JUFA-Hotel war ein exzellenter Ort für die Übernachtung. Das Personal begegnete uns immer freundlich und hilfsbereit, die Verpflegung war großartig. Daran gemessen war der Kostenbeitrag, den wir bezahlen hatten, wirklich günstig.
Ein besonderer Dank gilt auch unserer immer freundlichen Begleiterin Alice Nüssl aus Überacker, die immer für die Kinder da war, im Auto unsere Sachen durch die Gegend fuhr und für gute Laune sorgte.
Für unsere Gruppe hat sich die Reise auf jeden Fall gelohnt: Diese Tage bleiben unvergesslich. Alle, die dabei waren, haben viele Eindrücke gesammelt, Kinder aus anderen Gruppen kennengelernt und vor allem ganz unterschiedliche Arten von Schultheater gesehen. Sie haben außerdem begonnen, sich über die Aufführungen auszutauschen und Inspirationen aus den Ideen anderer zu ziehen. Von einigen Schülerinnen und Schülern war schon zu hören, dass sie nächstes Jahr unbedingt wieder Theater spielen wollen.
Was für ein Stück das sein wird? Seien wir gespannt, was die Schülerinnen und Schüler sich wünschen und was sie nach und nach entwickeln werden.
Das schreiben die Schülerinnen und Schüler:
Mir haben die Theatertage gut gefallen. Am besten fand ich die verschiedenen Theaterstücke, da sie viele verschiedene Gefühle ausdrückten. Es war wunderschön, anderen Menschen zuzuschauen. Manche Stücke sind mehr mit Chaos verbunden, andere mit Gewalt und ganz viel Leibe. Am besten fand ich das Stück „Funkstille“, da es von allem ein bisschen hatte. Es hatte Liebe, Mut und viel Action.
Sophie
Wir fuhren mit dem Zug ganze 5 Stunden nach Kempten. Wir sahen viele Stücke und hatten Spaß. Am Ende gewannen wir einen PAKSOS.
Pina
Ich fand es toll, dass wir andere Stücke gesehen haben, außerdem haben wir ein bisschen was von Kempten gesehen. Die Zugfahrten waren sehr lustig.
Mathilda
Mein Highlight war die Zugfahrt, weil ich viel gelacht habe. Das Essen war auch lecker, wie es Smarties zum Abendessen gab.
Vinzenz
Bei den Theatertagen in Kempten fand ich das Theaterstück „Mein König“ am besten. Ich fand das Stück so gut, weil es so emotional und gut gespielt war.
Helena
Mein Highlight war das Essen, weil man sich richtig
leckere Sachen aussuchen konnte.
Magdalena
Weitere Bilder und Berichte auf der PAKS-Hompage:
https://www.paks-bayern.de/11-bay-schultheatertage-kempten.html





